23 Polizisten verletzt: Molotow-Cocktails sichergestellt und Wasserwerfer eingesetzt

(Köln, Nordrhein-Westfalen). Die Polizei Köln zieht nach der vergangenen Halloween-Nacht eine erste vorläufige Bilanz.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vorläufige Bilanz: Im Laufe der Halloween-Nacht wurden 23 eingesetzte Polizisten verletzt und fünf Streifenwagen beschädigt.
  • Versammlungsgeschehen: Nach Angriffen aus einer Gruppe stellte die Polizei die Personalien von knapp 1000 Personen fest. Dabei kamen unter anderem Wasserwerfer zum Einsatz.
  • Sicherstellungen: Unter anderem Stichwaffen, Nothämmer, selbstgebaute Pyrotechnik, Molotow-Cocktails, Schutzbrillen und Vermummungsmaterial.
  • 56-Jähriger: Ein Mann soll einem Haftrichter vorgeführt werden. Er soll Polizisten beleidigt und geschlagen haben. In seinem Rucksack fanden Beamte Molotowcocktails und Stichwaffen.
  • Weitere Ausschreitungen: Unabhängig von der Versammlung randalierten Gruppen in der Innenstadt und anderen Stadtteilen. Es gab Barrikaden, brennende Müllcontainer und Angriffe auf Einsatz- und Rettungskräfte.
  • Zusammenhang: Zwischen diesen Gruppen und den Versammlungsteilnehmern besteht nach derzeitigem Kenntnisstand kein Bezug.
  • Ermittlungen: Eine Ermittlungsgruppe wertet Aufnahmen aus. Abschließende Zahlen zu Verfahren und konkreten Tatverdächtigen liegen noch nicht vor.

Versammlungsgeschehen

Im Nachgang zu der angemeldeten Versammlung haben Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Samstagnacht bis etwa 1.30 Uhr die Personalien von knapp 1000 Personen einer Gruppe festgestellt, aus der Vermummte Glasflaschen, Steine und Knallkörper gezielt auf die Einsatzkräfte geworfen hatten. Im Zuge dessen hatte die Polizei unter anderem Wasserwerfer eingesetzt.

Einsatzkräfte stellten bei den Kontrollen große Mengen an Stichwaffen, Nothämmer, selbstgebaute Pyrotechnik, Molotow-Cocktails, Schutzbrillen und Vermummungsmaterial sicher.

Ein 56-Jähriger soll noch im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt werden. Er hatte zunächst während der Kundgebung Polizisten beleidigt und bei der nachfolgenden Personalienfeststellung auf Einsatzkräfte eingeschlagen. In seinem Rucksack fanden die Beamten selbstgebaute Molotowcocktails und spitze Stichwaffen.

Einsatzleiter Martin Lotz fasst die Ereignisse zur Versammlung zusammen:

«Man muss klar differenzieren zwischen vielen friedlichen Versammlungsteilnehmenden und denen, die das Recht auf Versammlungsfreiheit unterwandert haben, Wir haben festgestellt, dass Personen nach Köln gekommen sind, um zu randalieren und die Versammlung als Deckmantel für Gewalt auszunutzen.

Die Art und Weise dieser Angriffe und die aufgefundene Vermummung und Bewaffnung deuten nicht auf eine spontane Eskalation, sondern auf ein gezieltes und offenbar vorbereitetes Vorgehen hin. Damit wird nicht nur die Sicherheit von Menschen gefährdet, sondern auch das Anliegen der friedlich Demonstrierenden in den Hintergrund gedrängt. Für die überwiegend friedlichen Menschen der Versammlung ist es bedauerlich, dass ihr Recht auf Meinungsfreiheit in diesem Maße missbraucht wurde.»


Bürgersteig voll mit Vermummungsgegenstände

Berghäckel, Bergmannswerkzeug

Molotowcoktail

Mehrere Stichwaffen

Beschädigter Streifenwagen

Messer

Nothammer und Messer

Halloween-Nacht – Einsatzlage Innenstadt

Unabhängig von der Versammlungslage hat die Polizei Köln insbesondere ab Mitternacht in der Innenstadt und anderen Stadtteilen vermehrt größere randalierende Personengruppen von Jugendlichen und jungen Männern festgestellt. Nach derzeitigem Kenntnisstand bestehen zwischen den Gruppen und den Versammlungsteilnehmern kein Bezug. Aus diesen Gruppierungen heraus wurde unter anderem eine Fensterfront eines Geschäfts eingeschlagen und Müllcontainer in Brand gesetzt. Zahlreiche Personen zogen E-Scooter und andere Gegenstände für Barrikaden auf die Straßen. Einsatzkräfte schritten konsequent ein, unterbanden weitere Gewalt und nahmen mehrere aggressiv auftretende Männer in Gewahrsam.

Ob Wertgegenstände aus den Geschäften entwendet wurden, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Darüber hinaus warfen zahlreiche Personen mehrfach Pyrotechnik und Glasflaschen auf Einsatz- und Rettungskräfte. Unter anderem wurden Beamte der Feuerwehr bei Löscharbeiten attackiert.

Insgesamt erlitten im Laufe der Nacht 23 eingesetzte Polizisten Verletzungen. An fünf Streifenwagen wurden Beschädigungen wie abgetretene und zersplitterte Außenspiegel, eingeschlagene Scheiben, verbeulte Türen und Farbschmierereien festgestellt.

Martin Lotz macht deutlich: «Wir haben festgestellt, dass losgelöst von der Versammlung mehrere Gruppen durch die Innenstadt gezogen sind, um zu randalieren, zu zerstören und die Lage zu eskalieren. Randalierer haben gezielt die Konfrontation mit der Polizei gesucht, weshalb wir bis in die Morgenstunden im Dauereinsatz waren.»

Auch Polizeipräsident Johannes Hermanns äußert sich zu den Ereignissen: «Die Bilder und Videos sinnloser Zerstörung in der Stadt und insbesondere die Angriffe auf Rettungs- und Einsatzkräfte machen mich und die demokratischen Kräfte in der Stadt nachdenklich. Es ist schwer nachzuvollziehen, warum Menschen angegriffen werden, die für die Sicherheit anderer im Einsatz sind. Dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Wir werden die festgestellten Straftaten konsequent verfolgen und alle uns zur Verfügung stehenden Ermittlungsmaßnahmen ausschöpfen.»


Zeugenaufruf

Eine dafür eingesetzte Ermittlungsgruppe der Polizei Köln wird neben Videos und Fotos aus dem Hinweisportal auch die Bilder aus der polizeilichen Videobeobachtung auswerten. Zeugen werden darüber hinaus gebeten, sich bei der Polizei unter der Telefonnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de zu melden.


Zahlen zu eingeleiteten Ermittlungsverfahren und zur Anzahl konkreter Tatverdächtiger sind derzeit noch nicht valide und abschließend. Unter anderem erwarten die Ermittler auch aufgrund des eingerichteten Portals weitere Hinweise auf mögliche Straftaten.

 

Quelle: Polizeipräsidium Köln
Bildquelle: Polizeipräsidium Köln


Polizei.news informiert | Zeugenhinweise und Aufnahmen

Beobachtungen gezielt an die Ermittler weitergeben

Wer Vorfälle beobachtet oder bereits Fotos und Videos aufgenommen hat, kann die Ermittlungen unterstützen. Eigene Sicherheit und eine genaue Beschreibung der Wahrnehmungen stehen dabei im Vordergrund.

1. Passenden Meldeweg nutzen

Das Hinweisportal NRW nimmt Informationen, Bilder und Videos zu konkreten Ereignissen entgegen. Wählen Sie den passenden Vorgang aus und beachten Sie die Hinweise im Formular. Weitere Beobachtungen können über die im Zeugenaufruf genannten Kontakte gemeldet werden.

2. Erinnerungen zeitnah festhalten

Notieren Sie Ort, Zeitpunkt und Ihren eigenen Standort. Beschreiben Sie, was Sie selbst gesehen oder gehört haben. Trennen Sie sichere Beobachtungen von Vermutungen und später erfahrenen Informationen.

3. Keine Gefahr für weitere Aufnahmen eingehen

Nähern Sie sich gewalttätigen Gruppen nicht, um zusätzliche Bilder zu machen. Bei einem laufenden Angriff oder einer akuten Bedrohung rufen Sie die Polizei unter 110.

Gut zu wissen: Ein Hinweisportal ist für die Übermittlung von Informationen zu einem Ereignis gedacht. Es ersetzt bei einer akuten Gefahr nicht den Notruf.

Praktischer Tipp: Ergänzen Sie bei vorhandenen Aufnahmen möglichst, wann und wo diese entstanden sind und welches Geschehen darauf zu sehen ist.


 

Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion

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